| ALLGEMEIN |
Der Büffel ist vielleicht die begehrteste und am meisten erträumte
Trophäe Afrikas. Außerdem ist es jener der "Big Five", des wehrhaften Großwildes, der eigentlich für
jedermann erschwinglich ist. Auch ist die Erfolgsaussicht - zumindest in einigermaßen guten
Büffelgebieten - sehr hoch.
Wegen der relativ großen Zahl der Büffel, die alljährlich in Afrika erlegt werden, wird sehr viel
Jägerlatein über die Büffeljagd verbreitet. Unter normalen Umständen treten bei der Büffeljagd kaum
Gefahrenmomente auf, selbst der angeschossene Büffel wird normalerweise versuchen, seinen Verfolgern
durch Flucht zu entkommen. Natürlich ist der Büffel wehrhaftes, gefährliches Wild und Vorsicht ist
geboten, wenn angeschossene Büffel nachgesucht werden müssen.
Ein mit hocherhobener Nase sichernder alter Büfelbulle ist ein Bild unverwüstlicher, kraftstrotzender
Urwüchsigkeit. Kein Wunder, daß die Büffeltrophäe der Wunschtraum eines jeden Jägers ist.
Büffel leben in jahreszeitlich schwankend mehr oder weniger großen Herden gemischten Geschlechtes
und aller Altersgruppen.
Täglicher Zugang zu gutem, frischem Wasser, zum Suhlen und Trinken ist eine Voraussetzung für das
Vorkommen von Büffeln. Alte Büffelbullen schließen sich sehr häufig zu Junggesellenclubs, sogenannten
"Dugger-boys" zusammen, mitunter sind sie auch Einzelgänger. Jedoch stehen auch bei den großen Herden
kapitale ältere Bullen. Außer dem Löwen haben Büffel kaum natürliche Feinde. Auch Löwen greifen einen
Büffelbullen nur an, wenn es sich um eine Löwengruppe handelt und große männliche Löwen dabei sind.
Obwohl äußerst wehrhaft, ist der Büffel ein friedliches, selbstbewußt-gutmütiges Wild. Büffel sind
sehr neugierig und haben die Eigenschaft, mit hocherhobener, vorgereckter Nase ein paar Schritte
näherzukommen, wenn irgendetwas ihre Aufmerksamkeit erregt. Dies ist eine herausfordernd-eindrucksvolle
Geste, jedoch zieht sich der Büffel unweigerlich zurück, wenn er sich über die Ursache der Störung
vergewissert hat. Aus diesem Verhalten wird häufig in den Erzählungen ein Angriff ebenso wie aus der
blinden Flucht einer Herde mitunter ein Massenangriff - gemacht. Einen unprovozierten Angriff gibt es
wohl kaum. Kontinuierlich gereizt oder verwundet und zum Angriff entschlossen, ist der Büffel jedoch
ein sehr gefährlicher Gegner.
Der Büffel ist, wenn zum Angriff entschlossen, sehr schwer zu stoppen. Er kann sich trotz seiner Größe
gut verstecken, wenn genügend Vegetation vorhanden ist. Obwohl nicht zu unterschätzen, ist er bei weitem
nicht so schnell wie die Großkatzen und es besteht durchaus die Möglichkeit, notfalls auf einen Baum zu
flüchten oder hinter einem genügend großen Busch in Deckung zu gehen.
Büffel kommen in Namibia nur im Nordosten des Landes, das heißt im Caprivi, Kavango und Buschmannland,
vor. Nur im Caprivi werden zur Zeit Abschüsse freigegeben.
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| BEJAGUNG |
Die klassische Büffeljagd besteht im Bejagen eines alten
Einzelgängers oder eines Bullen einer "Dugger-Boy"-Gruppe. Entweder können die Büffel ausgefährtet
werden oder es wird in bevorzugten Biotopen auf Sicht gepirscht. Büffel haben hervorragende Sinne
und vorsichtiges Anpirschen ist erforderlich. Auf der anderen Seite sind Büffel sehr selbstbewußt
und deshalb weniger aufmerksam als beispielsweise Antilopen, welche nach einer Vielzahl natürlicher
Feinde Ausschau halten müssen.
Wie bei allem Großwild sollte auf möglichst kurze Distanz geschossen werden, um einen sicheren
ersten Schuß abgeben zu können. Auch die Jagd auf einen starken Bullen aus einer großen Herde ist
sehr reizvoll. Dabei ist es mitunter kitzelig, daß der beste Bulle regelrecht aus einer solchen
Herde "herausgeholt" werden muß. Eine blinde Flucht, häufig in die Richtung des Schützen, der
gesamten Herde, ist sehr häufig. Obwohl dies nicht als Angriff mißverstanden werden darf, ist
es nicht ungefährlich und verursacht einiges Herzklopfen.
Ein guter, tödlicher erster Schuß ist von ausschlaggebender Bedeutung. Dabei sind Schüsse diagonal
durch die "Kammer" besonders gut. Das Verhalten der Büffelbullen, sichernd etwas näherzukommen,
kann der Jäger sich zunutze machen und einen guten halbspitzen Schuß anbringen, bei zudem aufregendem
Jagderlebnis. Bei Schüssen auf den breitstehenden Büffel sollte direkt auf das Blatt geschossen,
das heißt, die Blattschaufel durchschossen, werden. Mit einem Lungenschuß kann der Büffel noch sehr
weit gehen. Der Schuß sollte etwas tiefblatt - entsprechend dem tiefen Sitz des Herzens -
angetragen werden, so daß das Herz oder die großen Gefäße getroffen werden.
Es sollten gute Teilmantelgeschosse aus einem schweren Kaliber verschossen werden. Viele Legenden
über die Härte des Büffels bei tödlichen Schüssen haben ihren Ursprung in der Verwendung von
Vollmantelgeschossen. Vollmantelgeschosse haben, wenn sie nicht direkt das Herz oder ein wirklich
großes Gefäß treffen, viel zu geringe zerstörende Wirkung.
Bei den heute erhältlichen, ausgezeichneten harten Teilmantelgeschossen, wie beispielsweise das
Noslergeschoß, sind Vollmantelgeschosse bei der Büffeljagd - wenn auch von vielen alten
Berufsjägern immer noch hartnäckig empfohlen - überholt.
Gute Teilmantelgeschosse haben eine mehr als ausreichende Durchschlagskraft und eine vielfach
bessere Wirkung. Nur sollte man sich vor allem bei Kalibern im unteren Bereich nicht zu
irgendeinem Teilmantelgeschoß beschwatzen lassen. Vor allem amerikanische Geschosse von A-Square,
Föderal, etc. sind zu empfehlen.
Wenn es die Situation erlaubt, sollten unbedingt weitere Schüsse auf den flüchtenden Büffel
abgegeben werden, um eine größere und schnellere Wirkung zu erzielen.
Wenn der Büffel in dichter Vegetation verschwindet, sollte ausreichend Zeit gelassen werden,
bevor eine Nachsuche beginnt. Dabei sollte aufmerksam gelauscht werden, ob der "death bellow"
des Büffels - das Todesbrüllen, das der verendende Büffel unweigerlich ausstößt - vernommen
werden kann.
Wenn es sich herausstellt, daß der Büffel nicht tödlich getroffen ist und eine längere Nachsuche
erforderlich wird, sollte diese mit allergrößter Vorsicht und Sorgfalt langsam, immer wieder wartend
und lauschend, durchgeführt werden. Dickichte und Gebüsche, in denen der Büffel stecken könnte,
sollten sorgfältig inspiziert werden, bevor sie passiert werden. Lautlosigkeit und Aufmerksamkeit,
um den Büffel zu entdecken bevor dieser seine Verfolger bemerkt, ist das oberste Gebot.
Sollte es wirklich zu einem Angriff des Büffels kommen, ist ruhiges, überlegtes Handeln sinnvoller
als unkontrolliertes Schnellfeuer. Einmal sollte ein sorgfältiger Schuß auf Gehirn oder Stich des
Büffels angebracht werden, außerdem sollte überblickt werden, wo man sich notfalls schnell in
Sicherheit bringen kann.
Immer wieder wird ein angreifender Büffel mit gesenktem Haupt dargestellt und ein Schuß in das Genick
empfohlen. Dies ist nicht möglich, weil der Büffel nicht mit gesenkten Hörnern heranstürmt, sondern mit
hocherhobenem Haupt und vorgereckter Nase. Ein Schuß auf die Nasenspitze ist nötig, um das Gehirn,
beziehungsweise die Wirbelsäule, zu treffen. Erst im letzten Moment, in umittelbarer Nähe, senkt
der Büffel das Haupt, um den Gegner zu Boden zu schleudern oder auf die Hörner zu nehmen.
Ein Schuß auf den Stich wird den Büffel zunächst nicht stoppen und man muß notfalls in Sicherheit
gehen oder weitere Schüsse anbringen.
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| ANSPRECHEN |
Einen guten, alten Büffelbullen erkennt man daran, daß der
Helm im Verhältnis zum Gehörn gut ausgeprägt ist und die Basis der Hörner haarlos und hart ist.
Häufig sind die Hörner in der Mitte nur durch einen schmalen Schlitz getrennt.
Einige Büffelkühe haben beachtliche Gehörnauslagen, jedoch niemals einen stark ausgeprägten Helm.
Auch sind Pinsel und Brunftbeutel des Büffels deutlieh zu erkennen. Die Kühe sind oft etwas rötlich
gefärbt und stärker behaart als die alten Bullen. Auch wirkt der Kopf eines Bullen durch die
ausgeprägte "Ramsnase" und die breite "Muffel" männlicher.
Bei jungen Bullen wirken die Hornspitzen meist unproportioniert lang, weil der Helm noch nicht
ausgeprägt ist. Die Hornbasis ist noch nicht verhornt, sie ist weich und behaart, keine deutliche
Abnabelung des Gehörns von der Decke ist erkennbar.
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| TROPHÄE |
Für die Stärke einer Büffeltrophäe ist die Auslage entscheidend,
für das optische Erscheinen ein starker Helm noch wichtiger. Ein tiefer "Curi", das heißt, daß die
Hörner zunächst weit heruntergezogen und dann in gutem Schwung wieder nach oben und hinten weisen,
sind weitere Kennzeichen einer starken, schönen Büffeltrophäe.
Die meisten Büffel werden als Schulterpräparat montiert. Dabei geht vieles von der eigentlichen
Trophäe verloren. Man sollte es sich gut überlegen, ob man eine Büffeltrophäe nicht als "Schädel
auf Brett" aufhängt, wenn man Wert auf eine individuelle, einzelne trophäenuntermalende
Gestaltung seines Trophäenzimmers legt.
Weiterhin ist es eine Überlegung wert, ob man den Büffel in der typischen, den Helm betonenden,
"gesenkten-Hauptes"-Haltung aufhängt. Hierbei wirkt das Gehörn flach, der Schwung und die
Individualität des Gehörns gehen auf Kosten der Masse verloren: besonders wenn keine seitliche
Ansicht der Trophäe möglich ist.
Für meinen Geschmack ist es optimal, den Büffelschädel als "Halb-erhobenen"-Hauptes mit etwas
zurückliegendem Gehörn an der Wand zu befestigen, so daß auch der Schwung des Gehörns zur Geltung
kommen kann.
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