KAFFERNBÜFFEL
Syncerus caffer

Kaffernbüffel Büffelabdruck



Aus dem Buch Jagen in Namibia von Kai-Uwe Denker.      ISBN: 99916-30-40-6

Schulterhöhe:

150 - 165 cm

Gewicht:

700 - 820 kg

Lebenserwartung:

20 Jahre

Nahrung:

Gras

Brunft:

September - Dezember

Tragzeit:

11 Monate

Anzahl der Jungen:

1

Weltrekordtrophäe:

162,5 cm; Manyara, Tansania

Rowland Ward Min.:

114,5 cm

ALLGEMEIN


Der Büffel ist vielleicht die begehrteste und am meisten erträumte Trophäe Afrikas. Außerdem ist es jener der "Big Five", des wehrhaften Großwildes, der eigentlich für jedermann erschwinglich ist. Auch ist die Erfolgsaussicht - zumindest in einigermaßen guten Büffelgebieten - sehr hoch.
Wegen der relativ großen Zahl der Büffel, die alljährlich in Afrika erlegt werden, wird sehr viel Jägerlatein über die Büffeljagd verbreitet. Unter normalen Umständen treten bei der Büffeljagd kaum Gefahrenmomente auf, selbst der angeschossene Büffel wird normalerweise versuchen, seinen Verfolgern durch Flucht zu entkommen. Natürlich ist der Büffel wehrhaftes, gefährliches Wild und Vorsicht ist geboten, wenn angeschossene Büffel nachgesucht werden müssen.
Ein mit hocherhobener Nase sichernder alter Büfelbulle ist ein Bild unverwüstlicher, kraftstrotzender Urwüchsigkeit. Kein Wunder, daß die Büffeltrophäe der Wunschtraum eines jeden Jägers ist.
Büffel leben in jahreszeitlich schwankend mehr oder weniger großen Herden gemischten Geschlechtes und aller Altersgruppen.
Täglicher Zugang zu gutem, frischem Wasser, zum Suhlen und Trinken ist eine Voraussetzung für das Vorkommen von Büffeln. Alte Büffelbullen schließen sich sehr häufig zu Junggesellenclubs, sogenannten "Dugger-boys" zusammen, mitunter sind sie auch Einzelgänger. Jedoch stehen auch bei den großen Herden kapitale ältere Bullen. Außer dem Löwen haben Büffel kaum natürliche Feinde. Auch Löwen greifen einen Büffelbullen nur an, wenn es sich um eine Löwengruppe handelt und große männliche Löwen dabei sind.
Obwohl äußerst wehrhaft, ist der Büffel ein friedliches, selbstbewußt-gutmütiges Wild. Büffel sind sehr neugierig und haben die Eigenschaft, mit hocherhobener, vorgereckter Nase ein paar Schritte näherzukommen, wenn irgendetwas ihre Aufmerksamkeit erregt. Dies ist eine herausfordernd-eindrucksvolle Geste, jedoch zieht sich der Büffel unweigerlich zurück, wenn er sich über die Ursache der Störung vergewissert hat. Aus diesem Verhalten wird häufig in den Erzählungen ein Angriff ebenso wie aus der blinden Flucht einer Herde mitunter ein Massenangriff - gemacht. Einen unprovozierten Angriff gibt es wohl kaum. Kontinuierlich gereizt oder verwundet und zum Angriff entschlossen, ist der Büffel jedoch ein sehr gefährlicher Gegner.
Der Büffel ist, wenn zum Angriff entschlossen, sehr schwer zu stoppen. Er kann sich trotz seiner Größe gut verstecken, wenn genügend Vegetation vorhanden ist. Obwohl nicht zu unterschätzen, ist er bei weitem nicht so schnell wie die Großkatzen und es besteht durchaus die Möglichkeit, notfalls auf einen Baum zu flüchten oder hinter einem genügend großen Busch in Deckung zu gehen.
Büffel kommen in Namibia nur im Nordosten des Landes, das heißt im Caprivi, Kavango und Buschmannland, vor. Nur im Caprivi werden zur Zeit Abschüsse freigegeben.

BEJAGUNG


Die klassische Büffeljagd besteht im Bejagen eines alten Einzelgängers oder eines Bullen einer "Dugger-Boy"-Gruppe. Entweder können die Büffel ausgefährtet werden oder es wird in bevorzugten Biotopen auf Sicht gepirscht. Büffel haben hervorragende Sinne und vorsichtiges Anpirschen ist erforderlich. Auf der anderen Seite sind Büffel sehr selbstbewußt und deshalb weniger aufmerksam als beispielsweise Antilopen, welche nach einer Vielzahl natürlicher Feinde Ausschau halten müssen.
Wie bei allem Großwild sollte auf möglichst kurze Distanz geschossen werden, um einen sicheren ersten Schuß abgeben zu können. Auch die Jagd auf einen starken Bullen aus einer großen Herde ist sehr reizvoll. Dabei ist es mitunter kitzelig, daß der beste Bulle regelrecht aus einer solchen Herde "herausgeholt" werden muß. Eine blinde Flucht, häufig in die Richtung des Schützen, der gesamten Herde, ist sehr häufig. Obwohl dies nicht als Angriff mißverstanden werden darf, ist es nicht ungefährlich und verursacht einiges Herzklopfen.
Ein guter, tödlicher erster Schuß ist von ausschlaggebender Bedeutung. Dabei sind Schüsse diagonal durch die "Kammer" besonders gut. Das Verhalten der Büffelbullen, sichernd etwas näherzukommen, kann der Jäger sich zunutze machen und einen guten halbspitzen Schuß anbringen, bei zudem aufregendem Jagderlebnis. Bei Schüssen auf den breitstehenden Büffel sollte direkt auf das Blatt geschossen, das heißt, die Blattschaufel durchschossen, werden. Mit einem Lungenschuß kann der Büffel noch sehr weit gehen. Der Schuß sollte etwas tiefblatt - entsprechend dem tiefen Sitz des Herzens - angetragen werden, so daß das Herz oder die großen Gefäße getroffen werden.
Es sollten gute Teilmantelgeschosse aus einem schweren Kaliber verschossen werden. Viele Legenden über die Härte des Büffels bei tödlichen Schüssen haben ihren Ursprung in der Verwendung von Vollmantelgeschossen. Vollmantelgeschosse haben, wenn sie nicht direkt das Herz oder ein wirklich großes Gefäß treffen, viel zu geringe zerstörende Wirkung.
Bei den heute erhältlichen, ausgezeichneten harten Teilmantelgeschossen, wie beispielsweise das Noslergeschoß, sind Vollmantelgeschosse bei der Büffeljagd - wenn auch von vielen alten Berufsjägern immer noch hartnäckig empfohlen - überholt.
Gute Teilmantelgeschosse haben eine mehr als ausreichende Durchschlagskraft und eine vielfach bessere Wirkung. Nur sollte man sich vor allem bei Kalibern im unteren Bereich nicht zu irgendeinem Teilmantelgeschoß beschwatzen lassen. Vor allem amerikanische Geschosse von A-Square, Föderal, etc. sind zu empfehlen.
Wenn es die Situation erlaubt, sollten unbedingt weitere Schüsse auf den flüchtenden Büffel abgegeben werden, um eine größere und schnellere Wirkung zu erzielen.
Wenn der Büffel in dichter Vegetation verschwindet, sollte ausreichend Zeit gelassen werden, bevor eine Nachsuche beginnt. Dabei sollte aufmerksam gelauscht werden, ob der "death bellow" des Büffels - das Todesbrüllen, das der verendende Büffel unweigerlich ausstößt - vernommen werden kann.
Wenn es sich herausstellt, daß der Büffel nicht tödlich getroffen ist und eine längere Nachsuche erforderlich wird, sollte diese mit allergrößter Vorsicht und Sorgfalt langsam, immer wieder wartend und lauschend, durchgeführt werden. Dickichte und Gebüsche, in denen der Büffel stecken könnte, sollten sorgfältig inspiziert werden, bevor sie passiert werden. Lautlosigkeit und Aufmerksamkeit, um den Büffel zu entdecken bevor dieser seine Verfolger bemerkt, ist das oberste Gebot.
Sollte es wirklich zu einem Angriff des Büffels kommen, ist ruhiges, überlegtes Handeln sinnvoller als unkontrolliertes Schnellfeuer. Einmal sollte ein sorgfältiger Schuß auf Gehirn oder Stich des Büffels angebracht werden, außerdem sollte überblickt werden, wo man sich notfalls schnell in Sicherheit bringen kann.
Immer wieder wird ein angreifender Büffel mit gesenktem Haupt dargestellt und ein Schuß in das Genick empfohlen. Dies ist nicht möglich, weil der Büffel nicht mit gesenkten Hörnern heranstürmt, sondern mit hocherhobenem Haupt und vorgereckter Nase. Ein Schuß auf die Nasenspitze ist nötig, um das Gehirn, beziehungsweise die Wirbelsäule, zu treffen. Erst im letzten Moment, in umittelbarer Nähe, senkt der Büffel das Haupt, um den Gegner zu Boden zu schleudern oder auf die Hörner zu nehmen.
Ein Schuß auf den Stich wird den Büffel zunächst nicht stoppen und man muß notfalls in Sicherheit gehen oder weitere Schüsse anbringen.

ANSPRECHEN


Einen guten, alten Büffelbullen erkennt man daran, daß der Helm im Verhältnis zum Gehörn gut ausgeprägt ist und die Basis der Hörner haarlos und hart ist. Häufig sind die Hörner in der Mitte nur durch einen schmalen Schlitz getrennt.
Einige Büffelkühe haben beachtliche Gehörnauslagen, jedoch niemals einen stark ausgeprägten Helm. Auch sind Pinsel und Brunftbeutel des Büffels deutlieh zu erkennen. Die Kühe sind oft etwas rötlich gefärbt und stärker behaart als die alten Bullen. Auch wirkt der Kopf eines Bullen durch die ausgeprägte "Ramsnase" und die breite "Muffel" männlicher.
Bei jungen Bullen wirken die Hornspitzen meist unproportioniert lang, weil der Helm noch nicht ausgeprägt ist. Die Hornbasis ist noch nicht verhornt, sie ist weich und behaart, keine deutliche Abnabelung des Gehörns von der Decke ist erkennbar.

TROPHÄE


Für die Stärke einer Büffeltrophäe ist die Auslage entscheidend, für das optische Erscheinen ein starker Helm noch wichtiger. Ein tiefer "Curi", das heißt, daß die Hörner zunächst weit heruntergezogen und dann in gutem Schwung wieder nach oben und hinten weisen, sind weitere Kennzeichen einer starken, schönen Büffeltrophäe.
Die meisten Büffel werden als Schulterpräparat montiert. Dabei geht vieles von der eigentlichen Trophäe verloren. Man sollte es sich gut überlegen, ob man eine Büffeltrophäe nicht als "Schädel auf Brett" aufhängt, wenn man Wert auf eine individuelle, einzelne trophäenuntermalende Gestaltung seines Trophäenzimmers legt.
Weiterhin ist es eine Überlegung wert, ob man den Büffel in der typischen, den Helm betonenden, "gesenkten-Hauptes"-Haltung aufhängt. Hierbei wirkt das Gehörn flach, der Schwung und die Individualität des Gehörns gehen auf Kosten der Masse verloren: besonders wenn keine seitliche Ansicht der Trophäe möglich ist.
Für meinen Geschmack ist es optimal, den Büffelschädel als "Halb-erhobenen"-Hauptes mit etwas zurückliegendem Gehörn an der Wand zu befestigen, so daß auch der Schwung des Gehörns zur Geltung kommen kann.




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