| ALLGEMEIN |
Der Gepard ist mit kaum einem anderen Raubtier zu vergleichen.
Die scheue, verletzliche Eleganz dieser Raubkatze steht im starken Kontrast zu der selbstbewußten
Wildheit anderer Katzen. Dem ganzen Verhalten fehlt der aggressive Durchsetzungswille anderer Raubtiere.
Der Gepard behauptet sich dadurch, daß er der Konkurrenz ausweicht, daß er unstet und scheu ist.
Seine Bewegungen sind unerhört elegant und von federnder, verhaltener Kraft. Er bewegt sich raumgreifend,
im Gegensatz zu den gleitenden, geschmeidigen Bewegungen der Leoparden.
Der Beute hetzende Gepard ist zu unglaublichen Geschwindigkeitsausbrüchen fähig.
Erstaunlicherweise nutzen flüchtende Geparden diese Schnelligkeit jedoch nicht voll aus, sondern
flüchten eher in einem gemütlichen Galopp. Da sie nicht ausdauernd sind, können Geparden in offenem
Gelände relativ leicht zu Stand gehetzt werden.
Man trifft sowohl einzelne Geparden, als auch Verbände von zwei bis fünf erwachsenen Geparden an.
Häufig jagt eine Gepardin mit zwei bis drei Jungtieren. Unter den Beutetieren der Geparden in Namibia
befinden sich vor allem Springböcke, Steinböckchen, Kronenducker, junge Hartebeester und Kudus. Wenn
mehrere erwachsene Geparden gemeinsam jagen, fallen ihnen auch sehr viel größere Beutetiere, wie
ausgewachsene Kudukühe, Hartebeester, etc. zum Opfer. Sie bringen die Beute mit einem Prankenschlag
an die Hinterläufe zu Boden, dann wird das Opfer mit einem Biß in die Kehle erstickt. Die Beute wird
meist von hinten (an den Keulen) angeschnitten.
Geparden sind sehr unstet in ihren Bewegungen, frequentieren jedoch immer wieder bestimmte Gebiete.
In dem Sozialverhalten der Geparden spielen sogenannte Spielbäume eine wichtige Rolle. Sie werden immer
wieder aufgesucht und markiert. An solchen Spielbäumen werden viele Geparden in Fallen der Farmer
gefangen.
Geparden verständigen sich untereinander mit einem pfeifenden Laut. Bei Bedrohung ein explodierendes
Fauchen und Knurren.
|
| BEJAGUNG |
Die Erlegung eines Geparden ist in erster Linie dem Glück und dem
Zufall überlassen. Sie sind sehr unstet in ihren Bewegungen und kehren kaum an einen Riß zurück. Ich habe
von einzelnen Fällen gehört, wo Geparden zu einem Riß zurückkehrten, dies aber persönlich noch nicht
erlebt. Entscheidend ist es wohl, sofort nachdem die Geparden am Riß gestört wurden, in Deckung zu gehen,
während sich ein eventueller Begleiter geräuschvoll entfernt, um die argwöhnischen Raubtiere zu
beruhigen. Sollte der Jäger allein sein, ist es vielleicht ratsam, sich zunächst sofort wieder zu
entfernen, um später
den Riß vorsichtig anzupirschen, um die möglicherweise zurückgekehrten Geparden zu überraschen.
Lange Vorbereitungen, wie das Errichten eines Schirms, etc., werden mit Sicherheit zur Folge haben,
daß die Geparden die Gegend verlassen. Geparden lassen sich nicht anködern und sind deshalb schwer
gezielt zu bejagen. Alljährlich kommen in Namibia etliche Geparden zur Strecke.
Bei zufälligem Aufeinandertreffen mit dem Geparden muß man unmittelbar zu einem schnellen Schuß,
auch aus ungünstigen Situationen, bereit sein. Möglichkeiten zu einer zweiten Gelegenheit ergeben
sich kaum.
In geeigneten Biotopen mit Gepardenvorkommen lohnt es sich, vor allem frühmorgens und auch am späten
Nachmittag, nach Geparden Ausschau zu halten. Bei Ansichtigwerden sollte auch auf große Entfernung
geschossen werden. Rasante Kaliber mit einer gestreckten Flugbahn sind empfehlenswert. Anpirschen von
Geparden ist fast immer erfolglos. Die Sinne der Raubtiere - und vor allem die Sehschärfe - sind
hervorragend entwickelt, die Tiere bemerken eine Annäherung frühzeitig und drücken sich sofort. Dabei
ist die Haltung des Geparden bemerkenswert. Der Brustkorb des Geparden berührt den Boden, die langen
Läufe sind weit nach vorn und hinten gestreckt und ohne die Rückenlinie zu bewegen, verschwindet der
Gepard in Deckung.
Ansitz am Abend an Wasserstellen in Gebieten, in denen Geparden gesichtet wurden, ist erfolgversprechend.
Wenn Geparden in der Umgebung sind und ein Spielbaum bekannt ist, lohnt sich auch hier ein Ansitz. Dabei
ist es von größter Wichtigkeit einen hervorragenden Schirm zu beziehen.
Spielbäume haben meist einen etwas schrägen Stamm oder tief herabhängende Äste, die dem Geparden das
Heraufklettern erleichtern (Geparden haben keine rückziehbaren Krallen und klettern bei weitem nicht so
geschickt wie Leoparden). In der Umgebung des Baumes findet man viele Fährten, der Baum ist mit Losung
und Urin markiert und weist viele Kratzspuren und Behaarung der Geparden auf.
Erfolgversprechend ist es auch, frische Fährten in sandiger oder nasser Erde auszugehen, in der Hoffnung,
die ruhenden Geparden am Mittag zu überraschen. Um die Mittagszeit lohnt es sich, in offenem Gelände
Dickbuschinseln zu durchpirschen, um Geparden hochzumachen, dann heißt es sofort schießen. Die
Erfolgsaussichten bei gezielter Gepardenjagd sind sehr gering. Das zufällige Zusammentreffen mit
Geparden in vielen Jagdgebieten Namibias ist jedoch recht häufig.
|