| ALLGEMEIN |
Der Gemsbock ist eine ausgesprochen anspruchslose Antilope, die in
allen Biotopen
Namibias vorkommt. Auch in Bezug auf Sozialverhalten paßt der Oryx in kein Schema.
Anfang der siebziger Jahre ist der Gemsbock in Gebiete vorgedrungen, in denen er zuvor nicht vorkam und
hat sich inzwischen nahezu im ganzen Land verbreitet.
Man trifft auf Einzelgänger (diese sind nicht unbedingt Bullen), kleine Gruppen, große Herden. Kaum jedoch
auf ausgeprägte Junggesellenverbände. Nahezu über das ganze Jahr hinweg sind kleine Kälber zu beobachten.
Diese werden oft allein abgelegt.
Oryx sind sehr kompakt und muskulös gebaut. Sie sind außergewöhnlich schußhart, die Kaliber- und
Geschoßwahl ist von großer Bedeutung. Keine andere Wildart wird auch nur annähernd so oft krankgeschossen
wie der Oryx.
Alle diese Faktoren haben dazu geführt, daß sich der Oryx im ganzen Land derart erfolgreich behaupten und
ausbreiten konnte.
Bei Gefahr ein prustendes Warnschnauben.
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| BEJAGUNG |
Bei vorsichtigem Durchpirschen des Jagdgebietes ist es meist nicht
schwierig, auf einen Gemsbock zu Schuß zu kommen. Sie hören besonders gut, und leises Pirschen ist sehr
wichtig. Der Oryx verrät sich häufig durch Wedeln mit dem buschigen Schweif und die auffällige schwarzweiße
Gesichtsmusterung.
Sorgfältige Schußabgabe ist von größter Wichtigkeit. Schüsse auf den Träger und den Trägeransatz sollten
nach Möglichkeit unterbleiben. Der Träger ist breit und muskulös und es ist schwierig, die Wirbelsäule
zu treffen. Meist bricht der Oryx zusammen und kommt sofort wieder hoch.
Bei seitlichen Schüssen sollte auf das Blatt geschossen werden und nicht dahinter. Der Widerrist läuft
beim Oryx erst in Rückenmitte aus, so daß der Sitz des Blattes oft zu weit hinten gewähnt wird. Dadurch
kommt es häufig zu Weichschüssen, wenn "hinter"
das Blatt gezielt wird. Außerdem ist es bei hartem Wild vorteilhaft, wenn die Blattschaufel
durchschossen wird und dadurch ein Lauf ausfällt.
Ideal sind, wie bei allem Wild, halbspitze Schüsse, dabei kann man wunderbar "in die Kammer"
schießen.
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn ein Gemsbock im Feuer blitzartig zusammenbricht. Sehr
häufig kommt er dann wieder hoch. In solchen Situationen sollte man sofort heranrennen und
bereit sein, direkt nachzuschießen.
Nachsuchen auf krankgeschossene Oryx sind schwierig und oft erfolglos. Oryx ziehen weit, und
oft mit dem Wind, so daß sie vor Verfolgern gewarnt werden. Wundbetten sind meist in unübersichtlichem
dichten Busch, und einmal aufgemüdet, kann man sie oft nicht mehr einholen. Ein guter Hund ist von großem Vorteil, weil sich der Oryx sofort stellt.
Die Gefährlichkeit angeschossener Oryx wird völlig übertrieben. Ich habe es bei über 100 Nachsuchen
nie erlebt, daß ein Oryx irgendwelche Anstalten gemacht hätte anzugreifen - obwohl ich nicht ausschließen
möchte, daß dies vorkommen kann.
Unfälle, die vorkommen, entstehen wohl dann, wenn man sich in den unmittelbaren Bereich des Gehörnes
eines schwerverwundeten, im Wundbett sitzenden Oryx begibt. Man sollte es nach Möglichkeit unterlassen,
einen Oryx mit dem Messer abzufangen. Ein Angriff über eine größere Entfernung als wenige Meter ist
dagegen nicht zu erwarten. Auch machen Oryxkühe keine Anstalten, ihr Kalb zu verteidigen, wenn man
sich einem im Busch abgelegten, neugeborenen Kalb nähert.
Hunden, die einen Oryx gestellt haben, weiß sich das Tier jedoch höchst effektiv zu erwehren.
Ebenso gebraucht er sein Gehörn Artgenossen gegenüber - und zwar nicht nur beim Kampf "Stirn an Stirn".
Ich habe einen an "Forkel-Wunden" verendeten Gemsbock gefunden. Die Einstiche befanden sich seitlich in
der Flanke (Verletzung an Pansen). Ein anderer, von einem Jagdgast erlegter Bulle, hatte eine noch nicht
verheilte Forkel-wunde mit Ein- und Ausstich am Bauch, ohne daß lebenswichtige Organe verletzt waren.
Beim Beobachten eines Rudels, in dem sich mehrere Bullen befinden, fällt auf, mit welchem Unbehagen die
Bullen einander passieren wenn sie die ungedeckte Flanke bieten müssen. Wenn ein äsender Gemsbock den Kopf
tief am Boden hält, erreichen bei einem mittleren Bullen die Hornspitzen die Höhe des Widerristes.
Bei einem kapitalen Tier reichen sie deutlich (zumindest eine Handbreit) darüber hinaus.
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| ANSPRECHEN |
Das Ansprechen der Oryxantilope ist schwierig und selbst mit viel
Erfahrung täuscht man sich noch, wenn man nicht auf den Pinsel achtet. Der Pinsel ist beim Bullen gut zu
erkennen.
Bullen sind außerdem schwerer und massiger gebaut als die weiblichen Stücke. Vor allem der Kopf ist
breiter und grober. Bei Bullen ist die Stirn von der Hornbasis her gewölbt, während sie bei der Kuh
flach ist.
Schwierig ist das Ansprechen am Gehörn, obwohl die Kühe im Allgemeinen dünnere und längere Stangen haben.
Sie sind häufig stärker divergierend und etwas ungleichmäßig. Das Gehörn des typischen Bullen ist dick,
gleichmäßig und etwas 0-Förmig.
Jedoch ist dies niemals verläßlich und häufig haben gerade kapitale Bullen etwas ungleichmäßige,
divergierende Stangen. Bei einem Rudel, in dem sich mehrere Bullen befinden, kann man die Bullen gut am
aggressiven Verhalten zueinander erkennen. Die älteren, dominierenden Bullen sind dabei gut zu
unterscheiden. Sie nehmen eine Haltung mit hocherhobenem Haupt ein, wenn ein jüngerer Bulle schnell
mit gesenktem Kopf passiert.
Hellgraue, "schuppige" Stangen sind Zeichen eines jüngeren Tieres. Bei alten Bullen ist die Abnabelung
der Hornbasis von der Decke deutlich zu erkennen und die Hornspitzen sind häufig (jedoch nicht immer)
abgestumpft. Besonders sollte man darauf achten,
daß die Schmuckringe mindestens etwa zur Hälfte des Gehörns heraufreichen. Die glatte Hornspitze
wird bei
den Jungtieren zuerst geschoben, und je länger der "Schmuckringteil" im Verhältnis zum Gehörn ist,
desto älter ist das Tier.
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| TROPHÄE |
Die Trophäe des Oryx an sich ist relativ einförmig.
Beim Bullen wirkt vor allem ein massiges Gehörn sehr gut. Auch die Kühe tragen eine
gute Trophäe. Besonders ein sehr langes, schlankes Gehörn mit feiner Rillung gefällt
neben einem guten Bullen. Sehr alte Kühe schieben anschließend an die üblichen
Schmuckringe nochmals ein etwas verdicktes Basisteil mit besonders feiner Riffelung.
Wegen der hübschen, schwarzweißen Gesichtsmaske bietet sich der Gemsbock für ein
Schulterpräparat an.
Bulle: 85 cm mittet, 90 cm stark, 100 cm kapital,
Kuh: 90 cm mittel, 100 cm stark, 105 cm kapital
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