SPIESSBOCK, ORYX
Oryx gazella

Oryx Oryxabdruck



Aus dem Buch Jagen in Namibia von Kai-Uwe Denker.      ISBN: 99916-30-40-6

Schulterhöhe:

125 cm

Gewicht:

m 180 - 205 kg. w 160 - 780 kg

Lebenserwartung:

20 Jahre

Nahrung:

Hauptsächlich Gras, auch Laub (Erongo, Namib), Knollen für Flüssigkeitsbedarf

Paarungszeit:

Januar - Februar

Tragzeit:

9 Monate

Anzahl der Jungen:

1

Weltrekordtrophäe:

125 cm, Kalahari

Rowland Ward Min.:

101,5 cm

ALLGEMEIN


Der Gemsbock ist eine ausgesprochen anspruchslose Antilope, die in allen Biotopen Namibias vorkommt. Auch in Bezug auf Sozialverhalten paßt der Oryx in kein Schema.
Anfang der siebziger Jahre ist der Gemsbock in Gebiete vorgedrungen, in denen er zuvor nicht vorkam und hat sich inzwischen nahezu im ganzen Land verbreitet.
Man trifft auf Einzelgänger (diese sind nicht unbedingt Bullen), kleine Gruppen, große Herden. Kaum jedoch auf ausgeprägte Junggesellenverbände. Nahezu über das ganze Jahr hinweg sind kleine Kälber zu beobachten. Diese werden oft allein abgelegt.
Oryx sind sehr kompakt und muskulös gebaut. Sie sind außergewöhnlich schußhart, die Kaliber- und Geschoßwahl ist von großer Bedeutung. Keine andere Wildart wird auch nur annähernd so oft krankgeschossen wie der Oryx.
Alle diese Faktoren haben dazu geführt, daß sich der Oryx im ganzen Land derart erfolgreich behaupten und ausbreiten konnte.
Bei Gefahr ein prustendes Warnschnauben.

BEJAGUNG


Bei vorsichtigem Durchpirschen des Jagdgebietes ist es meist nicht schwierig, auf einen Gemsbock zu Schuß zu kommen. Sie hören besonders gut, und leises Pirschen ist sehr wichtig. Der Oryx verrät sich häufig durch Wedeln mit dem buschigen Schweif und die auffällige schwarzweiße Gesichtsmusterung.
Sorgfältige Schußabgabe ist von größter Wichtigkeit. Schüsse auf den Träger und den Trägeransatz sollten nach Möglichkeit unterbleiben. Der Träger ist breit und muskulös und es ist schwierig, die Wirbelsäule zu treffen. Meist bricht der Oryx zusammen und kommt sofort wieder hoch.
Bei seitlichen Schüssen sollte auf das Blatt geschossen werden und nicht dahinter. Der Widerrist läuft beim Oryx erst in Rückenmitte aus, so daß der Sitz des Blattes oft zu weit hinten gewähnt wird. Dadurch kommt es häufig zu Weichschüssen, wenn "hinter" das Blatt gezielt wird. Außerdem ist es bei hartem Wild vorteilhaft, wenn die Blattschaufel durchschossen wird und dadurch ein Lauf ausfällt.
Ideal sind, wie bei allem Wild, halbspitze Schüsse, dabei kann man wunderbar "in die Kammer" schießen.
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn ein Gemsbock im Feuer blitzartig zusammenbricht. Sehr häufig kommt er dann wieder hoch. In solchen Situationen sollte man sofort heranrennen und bereit sein, direkt nachzuschießen.
Nachsuchen auf krankgeschossene Oryx sind schwierig und oft erfolglos. Oryx ziehen weit, und oft mit dem Wind, so daß sie vor Verfolgern gewarnt werden. Wundbetten sind meist in unübersichtlichem dichten Busch, und einmal aufgemüdet, kann man sie oft nicht mehr einholen. Ein guter Hund ist von großem Vorteil, weil sich der Oryx sofort stellt.
Die Gefährlichkeit angeschossener Oryx wird völlig übertrieben. Ich habe es bei über 100 Nachsuchen nie erlebt, daß ein Oryx irgendwelche Anstalten gemacht hätte anzugreifen - obwohl ich nicht ausschließen möchte, daß dies vorkommen kann.
Unfälle, die vorkommen, entstehen wohl dann, wenn man sich in den unmittelbaren Bereich des Gehörnes eines schwerverwundeten, im Wundbett sitzenden Oryx begibt. Man sollte es nach Möglichkeit unterlassen, einen Oryx mit dem Messer abzufangen. Ein Angriff über eine größere Entfernung als wenige Meter ist dagegen nicht zu erwarten. Auch machen Oryxkühe keine Anstalten, ihr Kalb zu verteidigen, wenn man sich einem im Busch abgelegten, neugeborenen Kalb nähert.
Hunden, die einen Oryx gestellt haben, weiß sich das Tier jedoch höchst effektiv zu erwehren. Ebenso gebraucht er sein Gehörn Artgenossen gegenüber - und zwar nicht nur beim Kampf "Stirn an Stirn". Ich habe einen an "Forkel-Wunden" verendeten Gemsbock gefunden. Die Einstiche befanden sich seitlich in der Flanke (Verletzung an Pansen). Ein anderer, von einem Jagdgast erlegter Bulle, hatte eine noch nicht verheilte Forkel-wunde mit Ein- und Ausstich am Bauch, ohne daß lebenswichtige Organe verletzt waren.
Beim Beobachten eines Rudels, in dem sich mehrere Bullen befinden, fällt auf, mit welchem Unbehagen die Bullen einander passieren wenn sie die ungedeckte Flanke bieten müssen. Wenn ein äsender Gemsbock den Kopf tief am Boden hält, erreichen bei einem mittleren Bullen die Hornspitzen die Höhe des Widerristes. Bei einem kapitalen Tier reichen sie deutlich (zumindest eine Handbreit) darüber hinaus.

ANSPRECHEN


Das Ansprechen der Oryxantilope ist schwierig und selbst mit viel Erfahrung täuscht man sich noch, wenn man nicht auf den Pinsel achtet. Der Pinsel ist beim Bullen gut zu erkennen.
Bullen sind außerdem schwerer und massiger gebaut als die weiblichen Stücke. Vor allem der Kopf ist breiter und grober. Bei Bullen ist die Stirn von der Hornbasis her gewölbt, während sie bei der Kuh flach ist.
Schwierig ist das Ansprechen am Gehörn, obwohl die Kühe im Allgemeinen dünnere und längere Stangen haben. Sie sind häufig stärker divergierend und etwas ungleichmäßig. Das Gehörn des typischen Bullen ist dick, gleichmäßig und etwas 0-Förmig.
Jedoch ist dies niemals verläßlich und häufig haben gerade kapitale Bullen etwas ungleichmäßige, divergierende Stangen. Bei einem Rudel, in dem sich mehrere Bullen befinden, kann man die Bullen gut am aggressiven Verhalten zueinander erkennen. Die älteren, dominierenden Bullen sind dabei gut zu unterscheiden. Sie nehmen eine Haltung mit hocherhobenem Haupt ein, wenn ein jüngerer Bulle schnell mit gesenktem Kopf passiert.
Hellgraue, "schuppige" Stangen sind Zeichen eines jüngeren Tieres. Bei alten Bullen ist die Abnabelung der Hornbasis von der Decke deutlich zu erkennen und die Hornspitzen sind häufig (jedoch nicht immer) abgestumpft. Besonders sollte man darauf achten, daß die Schmuckringe mindestens etwa zur Hälfte des Gehörns heraufreichen. Die glatte Hornspitze wird bei den Jungtieren zuerst geschoben, und je länger der "Schmuckringteil" im Verhältnis zum Gehörn ist, desto älter ist das Tier.

TROPHÄE


Die Trophäe des Oryx an sich ist relativ einförmig.
Beim Bullen wirkt vor allem ein massiges Gehörn sehr gut. Auch die Kühe tragen eine gute Trophäe. Besonders ein sehr langes, schlankes Gehörn mit feiner Rillung gefällt neben einem guten Bullen. Sehr alte Kühe schieben anschließend an die üblichen Schmuckringe nochmals ein etwas verdicktes Basisteil mit besonders feiner Riffelung. Wegen der hübschen, schwarzweißen Gesichtsmaske bietet sich der Gemsbock für ein Schulterpräparat an.
Bulle: 85 cm mittet, 90 cm stark, 100 cm kapital, Kuh: 90 cm mittel, 100 cm stark, 105 cm kapital




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